Abschalten nach Feierabend

Entspannung am Abend?

Mehr als jeder Zweite braucht hierfür Zeit

Von je 100 Befragten geben an, so viel Zeit nach Erledigung der täglichen Pflichten zu benötigen, um zu entspannen und abzuschalten:

 SofortCa. 1 StundeMehrere StundenFeierabend gibt es nicht wirklich.
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Per Mobiltelefon oder E-Mail auch nach Feierabend noch erreichbar sein – das ist für viel Berufstätige mittlerweile selbstverständlich. Zudem führen Versingelung und Kinderlosigkeit in der Gesellschaft zu einer zunehmenden Bedeutung von Kollegen in der Freizeit, mit denen dann eben auch über die Arbeit gesprochen wird. Doch nicht nur der immer stärkere Einfluss der Arbeitswelt auf die Freizeit lässt viele Arbeitnehmer zunehmend später in den wirklichen Feierabend kommen. Ob Verpflichtungen gegenüber Freunden und der Familie, Einkauf und Haushalt, ehrenamtliches Engagement oder Vereinsarbeit – all dies kostet (Frei-)Zeit.

Da überrascht es kaum, dass mehr als die Hälfte der Bundesbürger Zeit benötigt, um sich nach der Erledigung aller Pflichten auf der Arbeit, in der Schule oder im Haushalt zu entspannen und abzuschalten. Fast jeder Zehnte gibt sogar unumwunden zu, niemals wirklich Feierabend zu haben.

Innerhalb der unterschiedlichen Berufsgruppen können sich Arbeiter, Beamte und Angestellte vergleichsweise schnell von ihrer Tätigkeit erholen. Im Gegensatz dazu benötigen Hausfrauen und Selbstständige deutlich mehr Zeit zum gedanklichen Abschalten. Mehr als jede vierte Hausfrau gibt sogar an, gar keinen Feierabend zu haben.

Ausblick

Der Feierabend verschiebt sich zunehmend weiter nach hinten. 20 Uhr als feste Startzeit für die abendliche Entspannung hat sich mittlerweile ebenso überlebt wie keine Anrufe nach Beginn der Tagesschau oder festgelegte Bettgehzeiten nach Beendigung des Spielfilms gegen 22 Uhr – all dies gehört mehr und mehr der Vergangenheit an. Der berufliche Alltag greift immer weiter in die Freizeit der Bundesbürger ein. Mögliche Folgeerscheinungen wie Stress und Burnout bewegen immer mehr Unternehmen dazu, den beruflichen Einsatz von Laptops und Smartphones zeitlich zu begrenzen.

Doch diese berufliche Reglementierung allein wird nicht ausreichen. Die wirklich wichtigen Maßnahmen, die das Wohlbefinden verändern können, muss jeder selbst einleiten. Hierzu gehört u.a. die Erkenntnis, im Büro nicht unersetzbar zu sein oder auch, dass E-Mails nicht immer sofort beantwortet werden müssen. Aber auch dem Kontaktzwang und Konsumstress bewusst entgegenzusteuern und auch mal gänzlich zu entsagen hilft, früher in den Feierabend eintreten zu können.