Gewinner und Verlierer: Apps, Spiele und Musik

Im Vergleich zu 2014 konnten zahlreiche Freizeitaktivitäten Zuwächse verzeichnen. Bei den wöchentlichen Aktivitäten zeigt sich die Popularität des Smartphones. Fallende Kosten, freies WLAN an vielen Orten und ein immer breiteres Angebot an Spielen, Musik und Apps steigerte die Nutzung deutlich. Gesurft, gechattet und gespielt wird überall und rund-um-die-Uhr, ganz gleich ob an der Bushaltestelle, im Restaurant, vor dem Fernseher oder im Bett. Seltener schauten die Bürger dagegen im 5-Jahresvergleich in die gedruckte Zeitung und nahmen sich weniger Zeit für den Partner oder zum Ausschlafen.

Bei den monatlichen Aktivitäten konnten Fitnessstudios die größten Zuwächse verbuchen. Der Trend, den eigenen Körper fit zu halten oder das körperliche Wohlbefinden zu optimieren, lassen immer mehr Bundesbürger den Weg in ein Studio finden. Erhöht hat sich auch die Bildung in der Freizeit. Fast zwei von fünf Bürgern nutzen mittlerweile Weiterbildungsangebote und erlernen neue Fähigkeiten oder Kompetenzen. Leicht überdurchschnittlich häufig nutzen Personen mit einem Migrationshintergrund (42%) die Möglichkeit, etwas Neues während ihrer Freizeit zu lernen.

Positiv hat sich zudem der Austausch zwischen den Generationen entwickelt. Die Familien beschäftigen sich wieder häufiger miteinander, was u.a. sicherlich an der Notwendigkeit (beide Eltern berufstätig), aber auch fitteren Großeltern und einem gestiegenen Interesse am Austausch, liegt.

Die Gewinner im 5-Jahres-Vergleich

Von je 100 Befragten nennen als Freizeitaktivitäten:

 Veränderung 2014 zu 2019 in Prozent
Wöchentliche Aktivitäten  
Smartphone nutzen (nicht telefonieren)113 
Musik hören112 
Social Media nutzen31 
E-Mails lesen/schreiben13 
   
Monatliche Aktivitäten  
Fitnessstudio21 
Sich weiterbilden / lernen14 
Mit Enkeln / Großeltern beschäftigen13 
Bei Sportveranstaltungen zusehen8 
Faulenzen / Nichtstun6 
   
Jährliche Aktivitäten  
Spielhalle/Spielothek65 
E-Books lesen39 
Online-Shopping / E-Commerce36 
Camping/Caravaning20 
Rock-/Pop-Konzerte o.ä.12 
Freizeit-/Vergügungspark besuchen11 

Einbußen verzeichnete dagegen erstmals seit Jahren die Gartenaktivität, was u.a. mit einer hohen Zeitintensivität erklärt werden kann. Auch haben die Bundesbürger weniger Sex bzw. legen weniger Wert auf Zweisamkeit. Ob dieses an mehr Stress, mehr Verpflichtungen oder auch einer veränderten Bedeutung von Sex liegt, muss näher analysiert werden.

Innerhalb der jährlich ausgeübten Aktivitäten zeigt sich der Trend zum Event. Ob auf Rock-Popkonzerten, beim Camping am Wochenende oder im Freizeit- und Vergnügungspark – zunehmend mehr Bürger genießen es, für eine gewisse Zeit dem Alltag zu entfliehen und etwas Besonderes zu erleben. Auch das Onlinegeschäft mit E-Books und E-Commerce hat sich im Zeitvergleich gesteigert und neue Höchstwerte erreicht. Unter neuen digitalen Angeboten (u.a. auch in Spielotheken) litten dagegen Spieleabende, für die sich deutlich weniger Bürger die Zeit nahmen.

Die Verlierer im 5-Jahres-Vergleich

Von je 100 Befragten nennen als Freizeitaktivitäten:

 Veränderung 2014 zu 2019 in Prozent
Wöchentliche Aktivitäten  
Zeitung / Zeitschriften lesen-8 
Ausschlafen-7 
Über wichtige Dinge reden-3 
Zeit mit dem Partner verbringen-3 
Radio hören-3 
   
Monatliche Aktivitäten  
Video-, DVD-, Blue-ray-Filme sehen-13 
Erotik/Sex-12 
Gartenarbeit-11 
Kreuzworträtsel, Sudoku-8 
Mittagsschlaf-7 
   
Jährliche Aktivitäten  
Gesellschafts-/Kartenspiele spielen-9