FOMO oder JOMO – Zufriedenheit in der Freizeit

Freizeit wird für viele Bundesbürger immer mehr zur Stresszeit. So geben 58 Prozent der Deutschen an, sich in ihrer Freizeit zu viel vorzunehmen. Insbesondere Jugendliche, junge Erwachsene und Singles springen von einer Aktivität zur nächsten, wollen überall dabei sein und sich möglichst nichts entgehen lassen. Die Amerikaner haben eine eigene Abkürzung für dieses Verhalten: FOMO – Fear of missing out, also die Angst in der Freizeit etwas zu verpassen.

In der Folge sinkt die Verweildauer bei einzelnen Aktivitäten, während gleichzeitig die Anzahl von unterschiedlichen Freizeitbeschäftigungen zunimmt. „Mehr tun in gleicher Zeit“ lautet das Motto. Groß ist in diesem Zusammenhang auch die Rolle der sozialen Medien in der Freizeit. Was erlebt wird, muss fast sofort geteilt und gepostet werden. Wichtiger als die Aktivität selbst ist mitunter die Anzahl der Likes hinterher. Dabei geben zwei von fünf der unter 25-jährigen unumwunden zu, in ihrer Freizeit bereits stärker von sozialen Medien abhängig zu sein als ihnen lieb ist (Gesamtbevölkerung: 20%).

82 Prozent aller Eltern bemängeln dagegen, in der eigenen Freizeit zu sehr den Bedürfnissen anderer gerecht werden zu müssen (Gesamtbevölkerung: 67%). Die höchste Unzufriedenheit mit der eigenen Freizeitgestaltung äußern Singles. 56 Prozent geben an, in ihrer Freizeit oftmals nicht wirklich das zu machen, was sie eigentlich möchten (Gesamtbevölkerung: 46%).

Einschätzung der eigenen Freizeit

Nur etwa jeder zweite Bundesbürger ist zufrieden

Von je 100 Befragten stimmen folgenden Aussagen zur eigenen Freizeitgestaltung zu:

  
Ich nehme oftmals Rücksicht auf die Wünsche von anderen67
Irgendetwas kommt immer zu kurz58
Ich nehme mir oftmals zu viel vor58
Ich habe öfter das Gefühl, anderen gerecht werden zu müssen46
Ich mache nicht das, was ich wirklich will46
Ich vergeude oftmals meine freie Zeit42
Ich bekomme meinen Hintern oft nicht hoch40
Ich bin stärker von sozialen Medien abhängig als ich möchte20
Ich langweile mich in der Freizeit18
Ich mache genau das, was ich will und bin zufrieden mit meiner Freizeit55

Über die höchste Zufriedenheit mit ihrer eigenen Freizeit verfügen dagegen Ruheständler. Frei von beruflichen und familiären Zwängen, oftmals nicht in sozialen Medien aktiv und genau wissend, wie und mit wem sie ihre Zeit verbringen möchten. Sie können, müssen und wollen nicht mehr überall dabei sein, sondern wählen genau die Aktivitäten aus, die ihnen gefallen und guttun. „JOMO – Joy of missing out – der bewusste Genuss etwas zu verpassen, könnte etwas sein, was auch die restliche Bevölkerung in Zukunft öfter praktizieren sollte“, so der Zukunftswissenschaftler Reinhardt.