Freizeitaktivitäten im 5-Jahres-Vergleich: Eher einsam als gemeinsam

Im Jahresvergleich 2015 bis 2020 zeigt sich auf den ersten Blick die zunehmende Dominanz der neuen Medien. So spielen, chatten und surfen deutlich mehr Bürger mit dem Smartphone als in der Vergangenheit. Auch Social-Media-Angebote, Videospiele und Onlineshopping werden immer öfter genutzt.

Gleichzeitig verändert die Pandemie aber auch das soziale Miteinander und Aktivitäten mit der Familie werden intensiviert. So unternehmen die Bürger mehr Tagesausflüge, gehen öfter campen oder vertreiben sich die Zeit häufiger mit Karten- und Gesellschaftsspielen.

Die Gewinner im 5-Jahres-Vergleich

Von je 100 Befragten nennen als Freizeitaktivitäten:

 Veränderung 2015 zu 2020 in Prozentpunkten
Wöchentliche Aktivitäten  
Mit Smartphone spielen, surfen, chatten44 
Musik hören26 
Social-Media nutzen24 
Faulenzen, Nichtstun, Chillen20 
Private E-Mails lesen/schreiben19 
Videospiele spielen17 
Onlineshopping17 
Spazieren gehen15 
Einem Hobby nachgehen15 
Sich mit der Familie treffen12 
   
Monatliche Aktivitäten  
Sich künstlerisch beschäftigen10 
E-Book lesen10 
Tagesausflug machen10 
Handarbeiten8 
Gesellschafts- oder Kartenspiele8 
Jogging, Walking o. ä.7 
Camping4 
Kreuzworträtsel oder Sudoku lösen4 
Heimwerken / Do-it-yourself3 
Postkarten / Briefe schreiben2 

Weniger Zeit nehmen sich die Bundesbürger dagegen für erholsame Tätigkeiten. Ob Mittagschlaf, ausschlafen oder sich in Ruhe pflegen, auf dem Sofa Fernsehen oder Radio hören – alles wird derzeit seltener ausgeübt als noch vor fünf Jahren.

Erstmals seit Jahren wird zudem weniger telefoniert – sowohl mobil als auch per Festnetz. Erklärt werden kann dies mit dem zunehmenden Angebot an alternativen Kommunikationsformen von Kurznachrichten und E-Mails bis hin zu Videoanrufen.

Erwartungsgemäß wird auch die Mehrzahl von Außerhausangeboten seltener als vor fünf Jahren aufgesucht: Vom Kneipen- oder Discobesuch über Zuschauer- oder Vereinssport bis hin zu Gottesdiensten und privaten Feiern.

Die Verlierer im 5-Jahres-Vergleich

Von je 100 Befragten nennen als Freizeitaktivitäten:

 Veränderung 2015 zu 2020 in Prozentpunkten
Wöchentliche Aktivitäten  
Telefonieren (von zu Hause)-28 
Zeitung / Zeitschriften lesen-28 
Sich in Ruhe pflegen-24 
Telefonieren (von unterwegs)-22 
Radio hören-16 
Fernsehen-11 
Mit dem Auto / Motorrad cruisen-10 
Ausschlafen-5 
Mit Nachbarn treffen / plaudern-5 
Mittagsschlaf halten-3 
   
Monatliche Aktivitäten  
Sich persönlich weiterbilden-10 
Video-, DVD- o.ä. Filme sehen-8 
Einladen oder eingeladen werden-7 
In eine Kneipe oder Bar gehen-7 
Mit Enkeln / Großeltern etwas machen-6 
Disco oder Club besuchen-5 
In einem Verein aktiv sein-4 
Bei Sportveranstaltungen zuschauen-3 
Gottesdienst / Kirche besuchen-3 
Private Feste / Partys feiern-2 

Zusammenfassend ist festzuhalten: 2020 war und ist für die Freizeitbranche ein insgesamt schwieriges Jahr. Verbote und Verunsicherungen auf der einen Seite, laufende Kosten und Verantwortung gegenüber Mitarbeitern auf der anderen. Dies stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Aber es gibt auch positive Entwicklungen in Form von neuen, innovativen Konzepten sowie Solidarität und Unterstützung seitens der Kunden.