Regenerative Aktivitäten

Freizeit-Monitor 2025

5. August 2025

Regenerative Freizeitaktivitäten im 15-Jahresvergleich

Faulenzen statt Badewanne

Von je 100 Befragten üben als regelmäßige Freizeitaktivität (wenigstens einmal pro Woche) aus:

2010 2025 Veränderung +14 Faulenzen, Nichtstun, Chillen 48 62 +4 Eigenen Gedanken nachgehen 69 73 +4 Wellness 3 7 0 Buch lesen 35 35 0 Mittagsschlaf halten 32 32 -1 Kaffee trinken / Kuchen essen 64 63 -5 Ausschlafen 63 58 -6 Kreuzworträtsel / Sudoku 25 19 -18 Sich in Ruhe pflegen / Badewanne 55 37
Repräsentativbefragung von 3.000 Personen. ab 18 J. in Deutschland,
Jul. / Aug. 2024 www.stiftungfuerzukunftsfragen.de
Daten als Tabelle
Regenerative Freizeitaktivitäten im 15-Jahresvergleich — Von je 100 Befragten üben als regelmäßige Freizeitaktivität (wenigstens einmal pro Woche) aus:
20102025Veränderung
Faulenzen, Nichtstun, Chillen4862+14
Eigenen Gedanken nachgehen6973+4
Wellness37+4
Buch lesen35350
Mittagsschlaf halten32320
Kaffee trinken / Kuchen essen6463-1
Ausschlafen6358-5
Kreuzworträtsel / Sudoku 2519-6
Sich in Ruhe pflegen / Badewanne5537-18
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Faulenzen statt Badewanne

Ruhe und Rückzug haben Konjunktur – aber anders als früher. Während klassische Erholungsrituale wie das ausgedehnte Baden in der Wanne deutlich an Beliebtheit verloren haben (2025: 37 %, 2010: 55 %), nimmt das Bedürfnis nach „einfach nichts tun“ spürbar zu. 62 von 100 Befragten gaben an, regelmäßig zu faulenzen, zu chillen oder bewusst nichts zu tun – ein Plus von 14 Prozentpunkten gegenüber 2010.

Auch gedankliche Entschleunigung liegt im Trend: 73 % geben an, sich regelmäßig Zeit für die eigenen Gedanken zu nehmen (+4 Punkte). Wellness-Anwendungen bleiben ein Nischenphänomen, gewinnen aber leicht an Bedeutung (7 % statt 3 %).

Stabil bleiben klassische Rückzugsformate wie Lesen (35 %) oder Mittagsschlaf (32 %). Dagegen verlieren vor allem ritualisierte oder rätselorientierte Aktivitäten an Zuspruch: Sudoku und Kreuzworträtsel sinken von 25 % auf 19 %, Ausschlafen ist rückläufig (58 % vs. 63 %), und das Pflegen in Ruhe verliert an Relevanz.

Prof. Reinhardt: „Der Rückzug ist nicht weg – er hat nur seine Form verändert. Wir baden seltener, aber wir chillen häufiger. Der Wunsch nach Erholung bleibt – nur ihre Rituale werden einfacher, spontaner, ungebundener. Die Badewanne ist zu langsam geworden für eine beschleunigte Gesellschaft.“

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