40 Jahre Freizeitforschung
Freizeit-Monitor 2026
25. August 2026
40 Jahre Freizeitforschung
Seit 1986 fragt die Stiftung für Zukunftsfragen die Bundesbürger nach ihrer freien Zeit und verfügt damit heute über die längste kontinuierliche Beobachtung des Freizeitverhaltens in Deutschland. Zum 40-jährigen Bestehen zeigen vier Aktivitäten die Veränderungen und die Kontinuität im Zeitraffer:
- Das Fernsehen war 1986 mit 80 Prozent das unangefochtene Freizeitmedium, erreichte 2004 mit 98 Prozent seinen Höchststand und liegt nach Rückgängen seit 2019 heute wieder nahezu auf dem Niveau von 1986. Fernsehen bleibt damit prägend, hat seine frühere Alleinstellung jedoch verloren.
- Das Internet wurde 1998 erstmals abgefragt und wurde damals von lediglich drei Prozent der Bundesbürger wenigstens einmal in der Woche genutzt. Heute sind es 97 Prozent. An die Stelle eines einzelnen Leitmediums ist damit eine jederzeit verfügbare digitale Infrastruktur getreten.
- Auch der Sport hat deutlich an Bedeutung gewonnen: 1986 trieb nicht einmal jeder Fünfte (18%) einmal pro Woche Sport, heute ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung regelmäßig sportlich aktiv (53%). Sport steht damit stellvertretend für einen Wandel hin zu mehr Aktivität, Selbstfürsorge und körperlichem Ausgleich.
- Anders entwickelte sich die Geselligkeit: Freunde zu treffen war und ist die wichtigste soziale Freizeitaktivität, jedoch ist ihr Stellenwert gesunken. 1986 waren 37 Prozent regelmäßig mit Freunden unterwegs, 2003 sogar 41 Prozent, heute lediglich noch 19 Prozent. Die klassische Geselligkeit verliert damit an Reichweite, während soziale Kontakte stärker in individuell planbare und digitale Formen übergehen.
Professor Dr. Ulrich Reinhardt fasst den Wandel zusammen
„Vier Jahrzehnte Freizeitforschung machen sichtbar: Nicht die Bedürfnisse der Bürger haben sich grundlegend verändert, sondern die Wege, auf denen sie Erholung, Aktivität und Gemeinschaft finden.“


