Freizeit im Jahresvergleich

Freizeit-Monitor 2022

20. September 2022

Mediennutzung im Langzeitvergleich

Von je 100 Befragten geben an, mindestens einmal die Woche folgende Freizeitaktivität auszuüben:

3 22 41 60 79 98 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2007 2010 2011 2013 2014 2015 2016 2018 2019 2020 2021 2022 88 86 16 58 3 97 75 74 74 40 27 77 34 67 21 51 57 64 Fernsehen Telefonieren von unterwegs Internet nutzen Radio hören Zeitung lesen  Smartphone nutzen (nicht telefonieren) Social Media Streaming Anbieter Telefonieren von Zuhause
Daten als Tabelle
Mediennutzung im Langzeitvergleich — Von je 100 Befragten geben an, mindestens einmal die Woche folgende Freizeitaktivität auszuüben:
FernsehenTelefonieren von unterwegsInternet nutzenRadio hörenZeitung lesen Smartphone nutzen (nicht telefonieren)Social MediaStreaming AnbieterTelefonieren von Zuhause
199288757457
199388707358
199486646854
199589707159
199690697160
199789677062
1998923727362
1999895677364
200091168697263
2001932414727163
2002922818737164
2003902821707065
2007945639867687
2010976851907988
2011976548897988
201398725493743487
20149774759173274087
20159775779173284187
20169780819072314889
20189478859067545584
2019947886896661512187
2020865396754572654461
2021885697754475624566
2022865897744077675164
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Fernsehen:
Dieses war lange Zeit das Leitmedium der Deutschen. Erst in den letzten Jahren wurde es vom Internet überholt und spürt gegenwärtig die zunehmende Konkurrenz durch die Streaming Anbieter. Zukunftsprognose: Lineares Fernsehen bleibt weiterhin einer der beliebtestes Freizeitaktivitäten der Bundesbürger, wird jedoch Marktanteile an Streaming Anbieter verlieren.

Radio:
Es erfreut sich als klassisches Nebenbeimedium einer relativ konstanten Beliebtheit.
Zukunftsprognose: Radio wird weiterhin häufig gehört, liefert sich aber zunehmend auch einen Wettkampf mit Musik- und Podcastanbietern wie Spotify, Apple Music und Co.

Telefonieren von Zuhause:
Festnetztelefonie diente eine lange Zeit als Kontaktbrücke zu anderen. Mit dem Aufkommen des Mobiltelefonierens verlor es schrittweise an Beliebtheit.
Zukunftsprognose: Festnetz- und Mobiltelefon werden über kurz oder lang miteinander verschmelzen.

Telefonieren von unterwegs:
Mobiltelefonie konnte seit der Jahrtausendwende stetig an Popularität gewinnen. In den Coronajahren verlor diese Freizeitaktivität jedoch an Zuspruch, da einerseits weniger Verabredungen, Termine und Treffen stattfanden und entsprechend weniger Kommunikation nötig war, anderseits dauert Telefonieren gerade der jüngeren Generation mittlerweile zu lange, weshalb sie lieber auf Sprachnachrichten und Kurzmitteilungen ausweicht.
Zukunftsprognose: Mobil- und Festnetztelefonie wachsen zusammen und werden um Videoanrufe ergänzt.

Internet:
Vor 20 Jahren waren lediglich zehn Prozent der Bundesbürger regelmäßig online, heute sind es fast alle. In nahezu allen Bereichen der Freizeit spielt auch das Internet eine Rolle, von der Informationssuche bis zum Unterhaltungsmedium.
Zukunftsprognose: Der Höhepunkt der Internetnutzung ist noch (lange) nicht erreicht. Allerdings zeigen sich auch erste Grenzen. Zum Beispiel bei der Angebotsvielfalt und ihrer zunehmenden Unübersichtlichkeit, bei Fragen zu Datenschutz und Cyberkriminalität, fehlender Medienkompetenz und Fake News, Werbeflut und ständiger Erreichbarkeit oder den Gefahren von Onlinesucht.

Zeitung lesen:
Seit gut 20 Jahren nimmt die Anzahl der physischen Zeitungsleser ab, während gleichzeitig die Anzahl der online Zeitungsleser zunimmt.
Zukunftsprognose: Ob lokale, überregionale, deutschlandweite oder internationale Zeitung – alle bauen ihr Onlineangebot immer weiter aus. Gute und objektive Berichterstattung kostet jedoch Geld und ob der Leser bereit ist dieses beim gefühlten „umsonst Medium“ Internet zu zahlen, bleibt zweifelhaft.

Social Media:
Seit gut zehn Jahren gibt es Facebook, Instagram und Co. in Deutschland. Mitlerweile tummeln sich fast zwei Drittel der Bundesbürger auf sozialen Netzwerken und nutzen diese zur Kontaktpflege, Unterhaltung und zunehmend auch als Informationsquelle.
Zukunftsprognose: An StudiVZ, MySpace oder Google + können sich schon heute nur noch die wenigsten erinnern. Facebook und Instagram verlieren gegenwärtig an Zuspruch, während gleichzeitig neue Angebote entstehen. Die Popularität einzelner Programme mag sich daher verändern, die Faszination (zumindest virtuell) am Leben anderer teilzuhaben und eigene Erlebnisse zu teilen, bleibt jedoch bestehen.

Streaming Anbieter:
Erst in den letzten Jahren setzte sich das bezahlte Film- und Serienangebot auch in Deutschland durch. Die Pandemie wirkte hierbei wie ein Booster und steigerte die Nutzerzahlen deutlich.
Zukunftsprognose: Flexibel und selbst bestimmen zu können, was man schauen möchte, ist ein attraktives Angebot, was den Zeitgeist trifft.

 

40 Jahre Freizeit: Am liebsten daheim

Zeitungen/ Zeitschriften Mit Freunden etwas machen Musik hören Kaffeetrinken Fernsehen Über wichtige Dinge reden Gedanken nachgehen Spaziergang Buch lesen Faulenzen/ Nichtstun
i. d. R. Außerhaus
i. d. R. zu Hause
Daten als Tabelle
40 Jahre Freizeit: Am liebsten daheim
19821992200220122022
Zeitungen/ Zeitschriften
Mit Freunden etwas machen
Musik hören
Kaffeetrinken
Fernsehen
Über wichtige Dinge reden
Gedanken nachgehen
Spaziergang
Buch lesen
Faulenzen/ Nichtstun
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Im 40-Jahresvergleich zeigt sich, dass lediglich vier Aktivitäten bereits 1982 zu den häufigsten Freizeitbeschäftigungen gehörten: Musik hören und Fernsehen, sowie seinen Gedanken nachgehen und über wichtige Dinge reden. Aktivitäten wie Zeitung lesen (1982: Platz 1), etwas mit Freunden unternehmen (Platz 2) oder Buch lesen (Platz 9) werden gegenwärtig nur noch von einer Minderheit regelmäßig ausgeübt.

Zudem zeigt sich, dass die Freizeit zunehmend in den eigenen vier Wänden stattfindet. Zählten in den letzten Jahrzehnten stets auch mehrere Außerhausaktivitäten zu den beliebtesten Beschäftigungen, finden aktuell die zehn häufigsten Aktivitäten in der Regel daheim statt.

Auch wenn sich die Angebotsanzahl von außerhäuslichen Freizeitangebote ständig erhöht hat, hat dies nicht automatisch auch zu einer erhöhten Nutzung geführt. Freizeit bleibt in erster Linie Erholungszeit – und diese wird zuhause verbracht. Zudem spielen aber auch eine ältere werdende Gesellschaft, kleinere Familienstrukturen sowie ein sehr attraktives Medienangebot eine Rolle.

Freizeit-Monitor: Passivität und Aktivität halten sich die Waage

Zeitungen/ Zeitschriften Mit Freunden etwas machen Musik hören Kaffeetrinken Fernsehen Über wichtige Dinge reden Gedanken nachgehen Spaziergang Buch lesen Faullenzen / Nichtstun
passive Freizeit Gestaltung
aktive Freizeit Gestaltung
Daten als Tabelle
Freizeit-Monitor: Passivität und Aktivität halten sich die Waage
19821992200220122022
Zeitungen/ Zeitschriften
Mit Freunden etwas machen
Musik hören
Kaffeetrinken
Fernsehen
Über wichtige Dinge reden
Gedanken nachgehen
Spaziergang
Buch lesen
Faullenzen / Nichtstun
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Aktive und passive Freizeitangebote wurden und werden ähnlich häufig genutzt. Allerdings veränderten sich im Laufe der Zeit die jeweiligen Aktivitäten. Statt aktiv im Internet zu surfen oder auf Social Media aktiv zu sein, wurde in der Vergangenheit eher zum Buch gegriffen, telefoniert oder Zeitung gelesen. Sich beim Musikhören zu erholen ist gegenwärtig genauso beliebt wie in den 1980er Jahren, tauchte in den Jahrzehnten dazwischen aber nicht in den Top 10 auf. Unternehmungen mit der Familie gehörten von den 1990ern bis in den 2010er zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen, finden heute jedoch deutlich seltener statt.

 

Gewinner und Verlierer im 10-Jahresvergleich

Von je 100 Befragten geben an mindestens einmal die Woche folgende Aktivität auszuüben:

Gewinner in PP 2012 2022 Smartphone nutzen (nicht telefonieren) 53 24 77 Internet nutzen 44 53 97 E-Mail lesen/ schreiben 25 55 81 Mit dem Computer beschäftigen 20 62 82 Videospiele spielen 20 10 30 Onlineshopping 18 4 22 Spazieren gehen 18 39 57 Einem persönlichen Hobby nachgehen 17 32 49 Faulenzen/ Nichtstun 14 48 62 Sport treiben 14 32 46 Verlierer in PP 2012 2022 Sich mit der Familie treffen 44 74 30 Zeitung/ Zeitschriften lesen 37 77 40 Telefonieren von zu Hause 25 89 64 Sich in Ruhe pflegen 22 57 35 Radio hören 16 90 74 Fernsehen 11 98 86 Mit Nachbarn treffen/ plaudern 9 43 34 Mit dem Auto/ Motorrad herumfahren 9 37 29 Telefonieren von unterwegs 8 65 58 Mit den Enkeln bzw. Großeltern treffen 7 20 13
Daten als Tabelle
Gewinner und Verlierer im 10-Jahresvergleich — Von je 100 Befragten geben an mindestens einmal die Woche folgende Aktivität auszuüben:
Gewinner in PP20122022
Smartphone nutzen (nicht telefonieren)532477
Internet nutzen445397
E-Mail lesen/ schreiben255581
Mit dem Computer beschäftigen206282
Videospiele spielen201030
Onlineshopping18422
Spazieren gehen183957
Einem persönlichen Hobby nachgehen173249
Faulenzen/ Nichtstun144862
Sport treiben143246
Gewinner und Verlierer im 10-Jahresvergleich — Von je 100 Befragten geben an mindestens einmal die Woche folgende Aktivität auszuüben:
Verlierer in PP20122022
 Sich mit der Familie treffen447430
 Zeitung/ Zeitschriften lesen377740
 Telefonieren von zu Hause258964
 Sich in Ruhe pflegen225735
 Radio hören169074
 Fernsehen119886
 Mit Nachbarn treffen/ plaudern94334
 Mit dem Auto/ Motorrad herumfahren93729
 Telefonieren von unterwegs86558
 Mit den Enkeln bzw. Großeltern treffen72013
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Allein in den vergangenen 10-Jahren konnte die Smartphonenutzung (nicht telefonieren) ihre Beliebtheit mehr als verdreifachen. Das Internet wird von fast doppelt so vielen regelmäßig genutzt und der Anteil der Onlineshopper hat sich sogar mehr als verfünffacht.

Auf der anderen Seite lesen nur noch halb soviel Bürger wenigstens einmal in der Woche eine Zeitung und auch das Telefonieren von Zuhause hat ein Viertel seiner Nutzer verloren.

Aber nicht nur im Medienbereich gibt es Gewinner und Verlierer: In Zeiten einer weltweiten Pandemie erlebt das Hobby eine Renaissance, es wird mehr gefaulenzt und gleichzeitig aber auch mehr Sport getrieben. Abgenommen haben Unternehmungen mit den Nachbarn und den Großeltern/Enkeln.

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